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Daß sich Loki Schmidt gerade in Merida um eine Partnerschaft bemüht hat, war sicher kein Zufall. Die Stadt ist das politische und wirtschaftliche Zentrum des gleichnamigen Bundesstaates Merida und durch eine einzigartige geographische Lage gekennzeichnet. Umgeben von zwei Gebirgsketten liegt sie auf etwa 1600 Metern Meereshöhe und ist ein idealer Ausgangspunkt für Exkursionen in die andine Bergwelt und die tiefer gelegenen Trockengebiete der Sierra Nevada. In unmittelbarer Nähe zur Stadt und mit einer Seilbahn zu erreichen, befindet sich einer der höchsten Berge Venezuelas, der ganzjährig von einem Gletscher bedeckte Pico Espejo (4.765 Meter).

merida01 240merida03 240Der Botanische Garten in Merida ist Teil der Universidad des los Andes (ULA) und wurde nach einer mehrjährigen Aufbauphase im Jahr 2000 für das allgemeine Publikum geöffnet. Er umfasst insgesamt 44 Hektar, von denen bisher 14 Hektar entwickelt und mit 11 Themengärten ausgestaltet wurden. Zu den wohl eindrucksvollsten Abteilungen gehört dabei das so genannte 'Bromeliario', also ein Bereich, in welchem ein kleiner Ausschnitt aus der ungeheuren Vielfalt der Ananasgewächse (Bromeliaceae) Venezuelas gezeigt wird (Foto). Diese umfangreiche Sammlung ist in besonderer Weise mit der Partnerschaft zwischen Merida und Hamburg verbunden, denn viele Pflanzen wurden im Rahmen gemeinsamer Feldexpeditionen in verschiedenen Regionen Venezuelas geborgen. Auch zu den Ingwergewächsen (Zingiberaceae) und zu südamerikanischen Bambusgewächsen und Kakteen sind interessante Sammlungen vorhanden.

Gestalterisch und inhaltlich gerade für uns Europäer besonders interessant ist die Nebelwald-Abteilung des Botanischen Gartens, der 'Selva Nublada'. Diese Pflanzengesellschaft gehört zu den faszinierendsten und zugleich am stärksten bedrohten Ökosystemen Südamerikas, und beeindruckt vor allem durch die ungeheure Vielfalt der dort lebenden Organismen. Nebelwälder finden sich meist an den Osthängen tropischer Gebirge und sind fast immer in Wolken oder Nebel eingehüllt. Ein besonderes Kennzeichen der Nebelwälder ist der große Reichtum an Aufsitzerpflanzen (= Epiphyten), mit denen insbesondere Familien, wie Bromelien, Orchideen und Farne vertreten sind. Das ökologische Gegenteil der Nebelwälder sind  die Trockengebiete Venezuelas, die im Botanischen Garten durch eine kleine Abteilung mit 'Plantas Xerofiticas' präsentiert werden. Neben diesen Abteilungen, die in erster Linie den heimischen Pflanzen gewidmet sind, finden sich auch ein Rosen- und ein Nutzpflanzen-Garten und Bereiche, die vor allem der Erholung und aktiven Freizeitgestaltung der Besucher dienen.

merida01 300merida02 300Eine spannende Besonderheit des Botanischen Gartens Merida besteht darin, dass er einen auf 4.100 Metern Meereshöhe gelegenen Satellitengarten, die so genannte Loma Redonda unterhält. Dieser per Seilbahn erreichbare Garten gehört zu einer Biologischen Station der Universität Merida und bietet Arbeits- und Übernachtungsmöglichkeiten für sechs Personen. Botanisch ist er vor allem deshalb interessant, weil er inmitten der einzigartigen Paramo-Hochgebirgsvegetation liegt und damit eine perfekte Ausgangsbasis für entsprechende Expeditionen darstellt.

merida02 240merida04 240In den vergangenen 15 Jahren hat sich der Jardin Botanico de Merida zu einem wichtigen Zentrum der Umweltbildung und des Artenschutzes entwickelt, das jährlich von mehr als 100.000 nationalen und internationalen Gästen besucht wird. In Ergänzung zu den umfangreichen Bildungsprogrammen für Jung und Alt werden in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Nichtregierungs-Organisationen neuerdings auch diverse Agrar-Messen und kulturelle Veranstaltungen, wie Kunstfestivals, Konzerte und Lesungen organisiert. Auch spezielle Angebote für behinderte Besucher, sowie Yoga-, Tai Chi- und Meditations-Kurse erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Insgesamt stellt dieses  Engagement im Bildungs-, Kultur- und Sozialbereich für den Botanischen Garten ein wichtiges zweites Standbein dar, das bei knappen staatlichen Kassen sicher auch in Zukunft zunehmende Bedeutung erlangen wird. Ein aus europäischer Sicht nicht zu unterschätzender Standortvorteil des Botanischen Gartens besteht auch darin, dass die Besucher hier Natur und Kultur in einer geschützten und sauberen Umgebung genießen können.

[DISA 01.2016, PDF, Text: Dr. Carsten Schirarend]

 

 

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