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Die Grüne Schule in AktionUnd was ist im Winter?
Ohne die Tropengewächshäuser wäre die Grüne Schule nur halb so attraktiv. Gerade Oberstufenschüler finden es sinnvoll, die Formenvielfalt der Sukkulenten in Knete zu formen, die Modelle auf der Weltkarte zu verorten und festzustellen, dass äußere Formähnlichkeit keineswegs Verwandtschaft bedeutet. So erschließt sich die Struktur der Sammlung, nämlich die geographisch sortierte Anordnung auf der einen und die systematische nach Verwandtschaft auf der anderen Seite des Wüstenhauses. Ein Blick auf Bromelien, die als Aufsitzerpflanzen in den feuchten Tropen und als Wüstenbewohner wachsen können, eröffnet Perspektiven der Evolutionstheorie. Biodiversität – bis zum Unterrichtsgang für viele ein leeres Wort. Das kann man ändern.
Schön wäre, für die vielen Lerngruppen, die ohne kostenpflichtige Betreuung durchs Tropengewächshaus gehen, ein „ambulantes“ Betreuungsangebot zu haben, also jemanden, der Fragen beantwortet, Informationsmaterialien verteilt und ggf. korrigiert, was so an Unsinnigem zu hören ist. Bananen sind nämlich keine Bäume und die Schokolade wächst nicht auf Bäumen, aber die Kakaofrucht.

Vorlesestation im TropenhausDer Flechtenkurs ist ein Winterthema für das Freiland in Klein Flottbek, wo Schülerinnen und Schüler in wenigen Stunden die Flechtenarten identifizieren lernen, die sie dann in einer Kartierung im Stadtteil erfassen und deren Vorkommen sie als Anzeiger der Luftqualität interpretieren. Das kostet Unterrichtszeit und ist an einigen Schulen im Oberstufencurriculum fest eingeplant. Das ist  wissenschaftsorientiertes Arbeiten. Datenerfassung und –aufbereitung wird geübt, die Verlässlichkeit eigener Aussagen reflektiert und die Herleitung von Urteilen zur Luftqualität in Hamburg problematisiert.
Was wäre die Grüne Schule ohne das Pflanzenabholprogramm? Das ist der direkte Draht in viele Klassenzimmer. Mittlerweile werden gut 8000 Pflanzen pro Jahr an die Hamburger Schulen abgegeben, verbunden mit Arbeitshilfen und Materialien für den Unterricht. Rund 200 Schulen sind jedes Jahr dabei – übrigens: Dies dürfte das einzige Pflanzenabholprogramm in Deutschland sein, das es schon seit fast 200 Jahren gibt. Der damalige Senat verpflichtete 1821 den Gründer des Botanischen Gartens, Pflanzen an die Schulen abzugeben. Das funktioniert bis heute, auch dank der finanziellen Unterstützung durch die Schulbehörde. 

Fachgärtnerin Susanne BoesaderLehrerfortbildungen, Kollegiumsbesuche, Seminare für Studenten, Fachhochschüler, Erzieher und Oberstufenschüler, Betreuung von Philosophiekursen, Begleitung von Facharbeiten – die Aufgaben sind erfreulich vielfältig. Bis ein neues Unterrichtsangebot fertig ist, können schon mal zwei Jahre vergehen: Alle Unterrichtskonzepte sind mehrfach erprobt, bevor sie angeboten werden. Ein Arbeitskreis Botanischer Garten sorgt für kompetenten Austausch, regt an und steuert im Hintergrund die Arbeit an den Inhalten. So entstehen Newsletter und Veröffentlichungen. Die sind  bisher kostenlos; die Broschüren zur Blütenökologie und zu den Wildbienen im Botanischen Garten müssten neu aufgelegt bzw. überarbeitet werden. Die Hefte zu den Themen 'Bäume', 'Frühsommerspaziergang', 'Besondere und gefährdete Arten' , 'Flechtenkartierung', 'Leben auf dem Trockenen'  und kleinere Schriften, wie ein Malheft für die Tropengewächshäuser sind verfügbar.
1500 betreute Schülerinnen und Schüler im Jahr sind ein ganz guter Durchschnitt, aber es  dürfen gern noch mehr werden. Nicht gezählt sind jene Schülergruppen, die ohne die Grüne Schule durch den Garten ziehen – der Eintritt in den Garten ist immer noch frei. Für diese Besucher wird es nächstes Frühjahr einen Smartphone-gestützten Rundgang geben, der über QR-Codes an bestimmten Standorten  im Garten Beobachtungsaufgaben und Informationen bietet. Kommenden Herbst gibt es ein Materialpaket für einen Rundgang zu den Farben des Herbstes und den Bäumen, das am Eingang mitzunehmen ist.
„Spaß ist, wo sonst nichts ist“ (Bazon Brock). Es wäre schön, wenn es stattdessen Freude machte und Vergnügen, durch den Botanischen Garten zu ziehen und dem Naturschönen auf der Spur zu sein. Es verwundert, wenn ein Wassertropfen unbedingt vom Blatt der Kapuzinerkresse rollen will. Es darf dann auch Spaß machen, im Wettstreit zu versuchen, einen Wassertropfen auf dem Blatt durch die Reihe weiterzugeben. Für´s Staunen ist schon hinreichend gesorgt. Im Duft- und Tastgarten schärft die schwarze Schlafbrille die Sinne, wenn Schüler sich gegenseitig zu hoffentlich bleibenden Eindrücken führen. Es darf auch Einsicht sein: Im System und in der Salbeisenke werden Oberstufenschüler an Beispielen Artbildung, Koevolution und Verwandtschaftssysteme  ergründen.

Pädagoge Walter KrohnOhne die nimmermüde Auskunftsbereitschaft unserer Gärtnerinnen und Gärtner wäre das alles nicht möglich: Wo wächst noch gleich die Rundblättrige Osterluzei im Wüstengarten? Wie viele Minze-Sorten werden wir dies Jahr im Garten haben? Wann wird die Herkulesstaude heruntergeschnitten? Woher stammt Salvia confertiflora?
Mit anderen  „Grünen Schulen“ in Deutschland gibt es heftigen Austausch über lohnende Projekte in der Arbeitsgruppe Pädagogik im Verband der Botanischer Gärten: Eine Geschichte der Entdeckungen anhand der Pflanzen aus aller Welt, Kooperationen mit Künstlern, verehrte und heilige Pflanzen der Religionen der Welt -  Es gibt noch so viele Themen zu entwickeln und an die Besucher zu bringen.
Manches ist nur möglich durch die großzügige finanzielle und ideelle Unterstützung von der Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens Hamburg e.V.
Die Schulbehörde mag sich zurzeit nur auf die routinemäßige Streichung von frei werdenden Stellen festlegen. Ein Loki Schmidt Garten ohne lehrerhafte Begleitung? Kaum vorstellbar!

[DISA 02.2014, PDF, Text: Walter Krohn]

 

 

Die Grüne Schule - ein Situationsbericht aus der Sicht des Gartenpädagogen

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